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Blutzucker

Was ist Diabetes

Diabetes mellitus (griechisch für „honigsüßer Durchfluss“) ist zur Volkskrankheit geworden. Übergewicht, Bewegungsmangel und die Vorliebe für kohlenhydratreiche Ernährung haben schon 10% der deutschen Bevölkerung zu Zuckerpatienten werden lassen. Bei gesunden Menschen wird der im Blut transportierte Zucker (Glucose) an Zellen im Körper geliefert und dort in Energie umgewandelt, die die Zellen dringend brauchen. Das Insulin ist ein eigentlich körpereigener Stoff der Bauchspeicheldrüse, der den Zellen signalisiert, den Rohstoff aufzunehmen. Springt Insulin an dieser Stelle nicht ein, oder fehlt es gar vollständig, öffnen sich die Zellen nicht für die Glucose, der Austausch findet nicht statt – das Blut reichert sich mit Zucker an. Die wiederholte Kontrolle des Blutzuckerwerts wird dann zur lebenswichtigen alltäglichen Aufgabe. Die Ursachen der Erkrankung und deren Folgen sind unterschiedlich – in der Medizin wird zwischen zwei Typen unterschieden.

 

Diabetes mellitus I und II

Die Erkrankung Diabetes mellitus wird zwischen zwei Typen unterschieden: Typ 1 ist chronisch und (bisher) unheilbar. Die Betroffenen werden nie ohne Zugabe von Insulin leben können. Typ 2-Patienten jedoch können es theoretisch durch richtige Ernährung und eine bewusste Lebensweise schaffen, auf die Zugabe von Medikamenten zu verzichten. Die Messung des Blutzuckerwerts wird jedoch immer Pflicht bleiben, um im Alltag der lebensgefährlichen Unter- und Überzuckerung entgegenzuwirken und Folgeschäden zu vermeiden.

 

Typ 1

Typ 1-Diabetes entwickelt sich meist in der Jugend und kann nur durch frühe Prophylaxe entgegengewirkt werden. Die Betroffenen haben einen absoluten Mangel an Insulin, da dieverantwortliche Bauchspeicheldrüse die Produktion irgendwann vollständig einstellt. Eine tägliche Zugabe von Insulin ist für Typ 1-Diabetiker also Pflicht, da das Blutzucker sonst gar nicht abgebaut werden kann. Doch das ist nicht der einzige negative Effekt: Fehlt Insulin, werden Fettsäuren im Blut nicht richtig abgebaut und statt der Glucose Eiweiße und Fette in den Zellen abgebaut. Dabei kommt es zu vermehrten Ablagerungen an den Blutgefäßen – Durchblutungsstörungen und letztendlich Herzinfarkte oder Schlaganfälle können die Folge sein.

 

Typ 2

Ehemals wurde der Typ 2-Diabetes als „Alters-Diabetes“ bezeichnet, da vor allem Senioren die Zuckerkrankheit im späten Verlauf ihres Lebens entwickelten. Durch ungesunde und unausgewogene Ernährung, Bewegungsmangel und das häufige daraus resultierende Übergewicht hat sich dieser Begriff jedoch überholt. Heutzutage sind 95% der Diabetiker aller Altersklassen Typ 2-Patienten – auch bei Kinder! Wenn die Erkrankung früh erkannt wird ist eine Heilung jedoch nicht ausgeschlossen. Mit gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung oder Sport sowie ein normaler BMI kann gegen die Erkrankung angegangen werden. Anders als bei dem Typ 1 produziert die Bauchspeicheldrüse bei der Typ 2-Diabetes noch genügend Insulin. Das Problem liegt an ganz anderer Stelle: den Zellen. Diese entwickeln eine Resistenz gegen Insulin und können das im Blut enthaltene Zucker nicht mehr (vollständig) aufnehmen und verarbeiten. Gleichzeitig signalisieren Botenstoffe dem Körper, dass die Zellen Energie benötigen – eine Überproduktion von Insulin beginnt.

 

Blutzuckermessung

Um den eigenen Blutzuckerspiegel feststellen zu können, bedienen sich Diabetiker mittlerweile intelligenter Messgeräte. Ein Stich in die Fingerkuppe mit Hilfe einer kleinen Nadel (Lanzette)  reicht, um einen kleinen Tropfen Blut aus den Kapillaren zu gewinnen. Das Blutzuckermessgerät wird mit einem Einweg-Teststreifen ausgestattet und dessen Spitze an den Tropfen gehalten. Sofort saugt der Teststreifen das Blut auf, prüft es auf den Zuckergehalt und übergibt die Informationen dem Messgerät. Dieses stellt die Verteilung des Zuckers im Blut entweder in mg/dL oder in mmol/L (je nach Gerätetyp) dar. Aufgrund dieser Daten ist es dem Diabetiker ein Leichtes, über sein weiteres Vorgehen zu entscheiden und folgende Fragen zu klären: Ist das Spritzen von Insulin notwendig? Wie viel Insulin muss verabreicht werden? Oder ist der Zuckerwert gar zu niedrig? Im Normalfall empfiehlt sich eine über den Tag verteilte regelmäßige Kontrolle der Zuckerwerte. Dabei ist stets auf den Zeitpunkt zu achten: Eine Messung vor einer Mahlzeit fällt immer niedriger aus als eine Messung ungefähr eine Stunde danach. Die meisten Ärzte raten trotzdem zu beidem, da durch den Vergleich eine bessere Einschätzung der nötigen Insulin-Medikation möglich ist.

 

Ist Diabetes gefährlich?

Ein Absoluter Insulinmangel wie er bei Diabetes Typ-1 vorkommt, kann, wenn der Diabetes unbehandelt bleibt, zum Tode führen. Dies liegt jedoch nicht direkt am hohen Blutzucker, sondern an der Übersäuerung des Körpers durch Ketone. Bei Insulinmangel kann aus Kohlenhydraten keine Energie gewonnen werden, weshalb der Körper auf Fettreserven zugreift. Dabei entstehen giftige Stoffwechselprodukte, die Ketone, die zu einer sogenannten "Ketoazidose" führen. Eine Übersäuerung schädigt die Körperzellen und führt schließlich zum Tod.

Bei einer schlechten Stoffwechseleinstellung kann es nach mehreren Jahren bzw. Jahrzehnten, zu Folgeerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems kommen. Der Herzinfarkt ist eine besonders häufige Todesursache, welcher durch Veränderungen in den Gefäßwänden begünstigt wird, die sich aus dauerhaft hohem Blutzucker ergeben.



Wechsel zwischen Blutzuckermesssystemen

Um als  Medizinprodukt zugelassen zu werden, durchlaufen Blutzuckermesssysteme umfangreiche klinische Studien.  Zudem müssen sie in der Genauigkeit den Vorgaben der ISO 15197 entsprechen. Diese lässt in ihrer neuen Version von 2013 nur noch eine Abweichung vom  Labor- (Referenzwert) von ± 15% zu. Ein Messsystem,  welches nach  gültiger Norm eher an der unteren Grenze liegt, kann also theoretisch  im Vergleich zu einem anderen Fabrikat, welches tendenziell eher an der oberen Grenze liegt, bis zu 30 % unterschiedliche Werte anzeigen. Gleichwohl messen beide Systeme korrekt. Ein Vergleich zwischen zwei Messsystemen zur Eigenanwendung  lässt keine Aussage  zu, welches „genauer“ misst.  (Hierzu müsste man die exakten klinischen Studien und die statistische Verteilung für jedes der beiden Messsysteme im Vergleich zum Labor - (Referenzwert) kennen.)Der Wechsel vom bisherigen Messgerät  und den gewohnten Messwerten zu einem anderen Fabrikat (evtl  mit höheren oder niedrigeren Werten) kann verunsichern.  Daher sollten Sie möglichst schnell das Gespräch mit ihrem Arzt suchen und ihn über den Systemwechsel informieren  und keinesfalls vorher eigene Dosis-  oder Verhaltensänderungen durchführen. Nach der Rückversicherung beim Arzt,  werden Sie sich schon bald an die neue Wertelage gewöhnt und Vertrauen zu Ihrem neuen Messsystem haben. Das Messsystem von Medisana erfüllt die aktuellen, strengeren Vorgaben der Neufassung der ISO 15197 Ausgabe 2013. Um ihrem Arzt Hintergrundinformation zur verwendeten Technologie und statistischen Genauigkeit zu geben, legen Sie ihm am besten den Beipackzettel der Medisana-Streifen vor.

(Messsysteme die vor 2013 auf dem Markt gebracht wurden, wurden nach damaliger Norm ISO 15197-Fassung von 2003 zugelassen und durften noch bis zu ± 20% vom Referenzwert abweichen. Diese Messsysteme und ihre Zubehörteile dürfen ab Juni 2016 nicht mehr verkauft werden).

 

 

 

Bitte beachten Sie, dass alle von uns zur Verfügung gestellten Informationen nur allgemeine Hinweise sind. Ihre individuelle Gesundheitsberatung kann und sollte nur von einem Arzt durchgeführt werden.

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